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Faber


 Pop deutschsprachig

Aktuelles Produkt


I Fucking Love My Life 2lp+cd


VÖ-Datum:
08.11.2019
Katalognummer:
7795645
EAN-UPC:
602577956454
Konfiguration:
LP (analog)
Set:
3
Label:
VERTIGO

TRACKLIST

Diskographie


I Fucking Love My Life 2lp+cd


VÖ-Datum:
08.11.2019
Katalognummer:
7795645
EAN-UPC:
602577956454
Konfiguration:
LP (analog)
Set:
3
Label:
VERTIGO

TRACKLIST

I Fucking Love My Life


VÖ-Datum:
01.11.2019
Katalognummer:
7795644
EAN-UPC:
602577956447
Konfiguration:
CD
Set:
1
Label:
VERTIGO

TRACKLIST

Sei Ein Faber Im Wind


VÖ-Datum:
07.07.2017
Katalognummer:
5756435
EAN-UPC:
602557564358
Konfiguration:
CD
Set:
1
Label:
VERTIGO

TRACKLIST

Sei Ein Faber Im Wind Lp+cd


VÖ-Datum:
07.07.2017
Katalognummer:
5756434
EAN-UPC:
602557564341
Konfiguration:
LP (analog)
Set:
2
Label:
VERTIGO

TRACKLIST

Biographie


Faber
“I fucking love my life”

VÖ. 01.11.2019)

 

Seit seiner ersten EP „Alles Gute“ geht der Schweizer Songwriter Faber in seiner Karriere durch Wände, als wären sie Türen. Er schreibt pointierte Texte, die gleichzeitig zum klügsten und polarisierendsten gehören, was es in deutscher Sprache zu hören gibt. Jetzt erscheint mit „I fucking love my life“ (VÖ. 01.11.2019) sein zweites Album.
Mit seinem Debütalbum „Sei ein Faber im Wind“ hat er 2017 den Startschuss für eine schon jetzt beeindruckende Karriere gelegt: Drei ausverkaufte Tourneen, Headlinerslots auf geschmackssicheren Festivals, Faber wurde von Kritik und Fans gleichermaßen gefeiert. Die musikjournalistische Küchentischpsychologie sagt: Schwierige Ausgangssituation für ein zweites Album. Faber meistert sie mit Bravour. Entstanden ist das großartig wie programmatisch-zynisch betitelte „I fucking love my life“ mit der Goran Koč y Vocalist Orkestar Band (Posaune & Percussion: Tillmann Ostendarp, Bass & Cello: Janos Mijnssen, Gitarre, Percussion & Saxophon: Max Kämmerling, Piano: Silvan Koch), mit der Faber nun schon seit Jahren die Bühne teilt. Und das hört man: Die Platte groovt, ist trickreich, flüssig und wie aus einem Guss. So klingt blindes musikalisches Verständnis. Geschrieben in den letzten zwei Jahren, aufgenommen im Laufe mehrerer Monate von Toningenieur Timo Keller im Studio vom Dach in Luzern. In Berlin sorgt Produzent Tim Tautorat in den Hansa Studios für den letzten Schliff. Und man muss sagen: Die Arbeit hat sich gelohnt.
Also, wie klingt das zweite Album von einem, der Sätze sagt, die man einfach direkt drucken muss, Sätze wie: “Kunst muss polarisieren. Muss dir ins Gesicht  schlagen. Es geht nicht ums Wohlfühlen.“ Und gleich die erste Singleauskopplung „Das Boot ist voll“ tut genau das. Sie polarisiert. Ein durchaus brutales Statement gegen den Rückfall in düstere Zeiten, eine Kampfansage an die rechtspopulistischen Spinner, die nicht nur in Deutschland aus ihren Löchern kriechen. Faber gesteht kurz nach Veröffentlichung ein, dass er vielleicht zu weit gegangen ist: Nach Veröffentlichung des Songs ist er unzufrieden mit dem drastischen Refrain und lässt ihn – gegen die Meinung seines Umfeldes – durch eine neue Version ersetzen. In den Medien braut sich ein erster kleiner Sturm der Entrüstung zusammen.
Viele Leute verstehen nicht sofort, was Faber da macht: Dass er sich in seinen Songs in Rollen hineinversetzt. Faber arbeitet eher wie ein beobachtender Schriftsteller, als dass er den in Deutschland so beliebten authentisch-melancholischen Formatradio- Songwriter mit Dreitagebart gibt. Wegen dieser Rollenspiele ecken seine Songs an. Weil einige Leute nicht auseinanderhalten können oder wollen, was da nun authentisch ist und was nicht. Das Spiel mit der Provokation hat auch seine Schattenseiten: „Eigentlich bin ich dafür zu sensibel. Das nimmt mich alles total mit.“ sagt er. Die Figur Faber ist vielschichtig: Er ist ein kluger, sensibler Typ, der viel zu talentiert ist, um langweilige Kunst zu machen. Und der genau deswegen eine unbändige Lust in sich trägt, verstören zu wollen: “Es ist langweilig, wenn alle immer alles kriegen, was sie wollen.“
Natürlich ist Faber nicht immer politisch. Trotzdem sind es große Teile von „I fucking love my life“: „In 3 Minuten rettest du auf keinen Fall die Welt. Aber diesen Anspruch darf man auch nicht haben.“ sagt er. „Ich bin ja auch kein Politiker.“ Aber Faber ist ein politischer Künstler. Auf „I fucking love my life“ entwickelt er sich weiter und gibt sich gleichzeitig naiver, tänzelt mit dem Zeitgeist und schlägt ihm dann wieder Schnippchen, immer wenn man glauben könnte, man wüsste jetzt endlich, was dieser Schweizer Gainsbourg des 21. Jahrhunderts eigentlich will: Es gibt Anklänge an Afrobeat, dann wieder eine cheesy Pop-Nummer wie „Top“, Leonard Cohen schaut auch vorbei. Grinsend.
Fabers zweites Album beginnt mit einer Zeile, wie sie raumgreifender nicht sein könnte: „Ich hab alte Freunde gegen falsche ausgetauscht“. Und man ist sofort im Bild: Kaum werden die Hallen größer, steigt einem der Ruhm zu Kopf. Faber weiß, wo die Fallen lauern: Den Boden unter den Füßen verlieren, die Gier nach schneller Aufmerksamkeit, nach dem Rausch und dem Wahnsinn, hinter und auf der Bühne. „Es gibt immer was zu saufen, selten was zu feiern.“ Nach den ersten großen Zielen kommt die große Leere. „Ich finde es schön, wenn es regnet“ singt er und weiter „Ich Hure wollte euch doch nur gefallen“. Dieser Faber weiß sich zu stilisieren. Er weiß ja auch, wie ein Popstar auszusehen hat: Gucci-Anzug von ’96, vollgeschwitzt. Mit Rotweinflecken und Kippe im Mundwinkel. Eine Gitarre in der Hand. Ein paar Zeilen, die so kein anderer schreibt.
Mehr braucht man nicht. Faber singt Zeilen wie „Ich würde gerne Immobilienhaie fischen aus dem Zürichsee mit dir“ und man stellt ihn sich vor auf dem Fahrersitz, mit tief aufgeknöpftem Hemd, im gestohlenen Porsche, im Elbtunnel, irgendwann 1971 oder ’72: Das Hemd ist bunt gemustert, die Stiefel glänzen schwarz. Einen Song weiter – das Stück heißt „Top“ – dann: „Wenn ich trage was der Teufel trägt, wird das dann auch in der Hölle genäht?“ und „Ich steh für gar nichts und für gar nichts steh ich ein.“ – hier zeichnet einer ein Generationenportrait, ohne sich selbst aus der Kritik zu nehmen. Und das ist seine große Stärke: Faber wird nie belehrend. Und Faber-Songs bleiben nicht in der Bubble.
Bei Instagram lauert der siebte Kreis der Hölle: „Es macht einen überhaupt nicht glücklich. Ich mag es schon zu wissen, was die Kardashians gerade machen. Oder was Balenciaga gerade rausbringt. Aber am Ende zieht es mich runter.“ Die Gier nach Likes und Followern in einer Zeit, in der Aufmerksamkeit eine harte Währung geworden ist. Als Künstler sowieso. „Ich dachte ich wäre immun dagegen. Bin ich aber nicht.“ Das aus „I fucking love my life“ noch herausragende „Generation YouPorn“ bringt diese Ambivalenzen auf den Punkt. Alles widerspricht sich. Die einen wollen den Planeten retten, fahren aber mit dem SUV zum Biomarkt. Die anderen schauen Pornos, können sich aber nicht mehr verlieben. Allein die Oberfläche gibt noch Halt. Sinn macht längst nichts mehr. Und Faber steht daneben, ein Glas Wein in der Hand und versteht die Welt nicht mehr. Versteht sich selbst nicht mehr. Und tut das, was er am besten kann: Er singt darüber.
Der letzte Song auf „I fucking love my life“ heißt „Heiligabig“ und ist der erste Song, den Faber auf Schweizerdeutsch geschrieben hat. Ein dunkles und trauriges Stück Musik.
Und jetzt folgt eine steile These: Vielleicht ist es der Song auf diesem Album, auf dem er selbst am besten greifbar ist. Wo keine Rolle mehr im Weg ist. „Ich hatte Mühe, das Freunden und Verwandten zu zeigen. Ich dachte, die machen sich dann Sorgen. Warum erzählt man Leuten, die man nicht kennt, so viel über sich selbst?“ fragt Faber sich. Und gibt die Antwort gleich selbst: „Dafür ist Musik eben da.“. Und er hat Recht: Es ist ein großes Glück, Faber und seiner Band auf diesem Album zuhören zu können.
Faber lebt noch immer in Zürich, der Stadt, in der er aufgewachsen ist. Immobilienfonds kaufen ganze Straßenzüge auf. Von dem, wie es einmal war, ist nicht mehr viel übrig. Zürich brennt nicht mehr. Längst nicht mehr. Aber Faber brennt. Vielleicht so sehr wie noch nie.

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