Skip to main content

Tocotronic


 Rock deutschsprachig

Aktuelles Produkt


Die Unendlichkeit


VÖ-Datum:
20.04.2018
Katalognummer:
6746218
EAN-UPC:
602567462187
Konfiguration:
LP (analog)
Set:
2
Label:
VERTIGO

TRACKLIST

Diskographie


Die Unendlichkeit


VÖ-Datum:
20.04.2018
Katalognummer:
6746218
EAN-UPC:
602567462187
Konfiguration:
LP (analog)
Set:
2
Label:
VERTIGO

TRACKLIST

Unendlichkeit, Die


VÖ-Datum:
26.01.2018
Katalognummer:
6713111
EAN-UPC:
602567131113
Konfiguration:
CD
Set:
1
Label:
VERTIGO

TRACKLIST

Unendlichkeit, Die (ltd. F


VÖ-Datum:
26.01.2018
Katalognummer:
6713110
EAN-UPC:
602567131106
Konfiguration:
CD
Set:
5
Label:
VERTIGO

TRACKLIST

Unendlichkeit, Die (ltd.)


VÖ-Datum:
26.01.2018
Katalognummer:
6713112
EAN-UPC:
602567131120
Konfiguration:
LP (analog)
Set:
2
Label:
VERTIGO

TRACKLIST

Electric Guitar


VÖ-Datum:
12.01.2018
Katalognummer:
6728228
EAN-UPC:
602567282280
Konfiguration:
Single (analog)
Set:
1
Label:
VERTIGO

TRACKLIST

Hey Du/1993


VÖ-Datum:
10.11.2017
Katalognummer:
6709204
EAN-UPC:
602567092049
Konfiguration:
Single (analog)
Set:
1
Label:
VERTIGO

TRACKLIST

Wie Wir Leben Wollen


VÖ-Datum:
13.05.2016
Katalognummer:
4791019
EAN-UPC:
602547910196
Konfiguration:
CD
Set:
1
Label:
VERTIGO

TRACKLIST

Tocotronic (das Rote Album


VÖ-Datum:
01.05.2015
Katalognummer:
4726058
EAN-UPC:
602547260581
Konfiguration:
LP (analog)
Set:
2
Label:
VERTIGO

TRACKLIST

Tocotronic (das Rote Album


VÖ-Datum:
01.05.2015
Katalognummer:
4726055
EAN-UPC:
602547260550
Konfiguration:
CD
Set:
1
Label:
VERTIGO

TRACKLIST

Schall Und Wahn


VÖ-Datum:
22.01.2010
Katalognummer:
2729654
EAN-UPC:
602527296548
Konfiguration:
CD
Set:
1
Label:
VERTIGO

TRACKLIST

Kapitulation


VÖ-Datum:
06.07.2007
Katalognummer:
1735086
EAN-UPC:
602517350861
Konfiguration:
CD
Set:
1
Label:
VERTIGO

TRACKLIST

Biographie


Die Unendlichkeit

VÖ 26.01.18

 Ich erzähle dir alles / Und alles ist wahr – Electric Guitar

Wollte man dem zwölften Album von Tocotronic ein Motto geben, könnte das Öffnung und Rückblick sein oder Verletzlich und frei. Es handelt von dem, was war, dem, was ist, und dem, was sein wird. Es heißt DIE UNENDLICHKEIT und ist DEEP!

Es ist ein doppeltes Konzeptalbum. Jedes Stück weist spezifische, zeitgebundene musikalische Referenzen auf und hat seinen Ausgang im Werden und Sein. Es ist eine Biografie. Ein Ansatz, den Tocotronic 15 Jahre lang abgelehnt haben. Aber einmal gefunden, erwies sich die Vorgabe, über das eigene Leben zu schreiben, als äußert produktiv. Wobei das Album keinesfalls eine individualistische Nabelschau geworden ist. Denn es erzählt von allgemein gültigen, wenn nicht existenziellen Erfahrungen: von Angst, Verliebtsein, Einsamkeit und Tod.

Mit dieser neuen Art von Songwriting geht eine andere Sprache einher. Eine, die keine Verklausulierungen duldet. „Ein bisschen haben wir uns zuletzt sicherlich hinter Manifesten, Theorie-Referenzen und dem Formalismus versteckt“, sagt Dirk von Lowtzow. DIE UNENDLICHKEIT ist daher auch ein Neubeginn.

Das Biografische also, das auf dem letzten, dem roten Album, mit Stücken wie Ich öffne mich oder Jungfernfahrt schon angelegt war, wird hier zum konzeptuellen  Ansatz: von der Kindheit über die Adoleszenz und frühe Erwachsenenzeit bis in die  Gegenwart. Nach 25 Jahren Bandgeschichte heißt das auch:  Die Hälfte dieser Zeit hat mit Tocotronic selbst zu tun. Mehr als das halbe Leben.

Das Eröffnungs- und Titelstück sowie das orchestrale Mein Morgen bilden das Vor- und Nachwort, eine Klammer für das aufwendig produzierte, bislang musikalisch differenzierteste und abwechslungsreichste Album der Band. Tapfer und Grausam handelt von der frühen Kindheit, dem Gefühl des  Ausgeschlossenseins und der Herzlosigkeit anderer Kinder. Hey Du erzählt vom Anderssein in der Fußgängerzone der Provinz, vom Beschimpft- und  Vermöbeltwerden, aber auch vom unverhohlenen Stolz, modisch aufzufallen. 1993 führt zurück ins Gründungsjahr der Band, dem Auszug aus der Hölle Heimat  in Richtung Hamburg. Form und Inhalt kommen zur Deckung: Dirks Stimme klingt hier viel heller und jünger als auf den Stücken, die von späteren Ereignissen und Lebensphasen erzählen. Jan Müllers Bass und Arne Zanks Schlagzeug bollern wie in den  Anfangstagen der Band, Rick McPhails Gitarre jault. Auf die Saufexzesse in den  dunklen Hamburger Kaschemmen und eine beginnende Sucht folgt ein Umzug  nach Berlin. Ausgerechnet du hast mich gerettet erzählt von dieser Errettung,  wobei mit dem Du statt der Stadt – nicht schön, doch auch kein Biest – auch eine  geliebte Person gemeint sein könnte.

Weil jede Lebensphase ihre spezifische Musik hat, verbeugt sich auch jedes der Stücke in Richtung einer Band oder eines Stils, die oder der in dieser Phase wichtig und einflussreich war. Die musikalische Zeitreise beginnt bei den Beatles-Songs der Kindheit, gleitet über das Orff’sche Schulwerk bis hin zu 80’s-Gitarrenpop, Dub und Progressive Rock. Auch hier erwies sich das vermeintlich enge Korsett eines Konzepts als befreiend. Es ist eine Hintertür, durch die der stilprägende Tocotronic-Sound plötzlich an Hüsker Dü oder Roxy Music erinnern kann. Ersteres in Ich lebe in einem wilden Wirbel, einem Lied über die erste große Liebe und das Gefühl, durch sie über die Dörfer fliegen zu können. Letzteres in Bis uns das Licht vertreibt, das um das Gefühl hysterischer Einsamkeit kreist und um viele gerauchte Zigaretten.

DIE UNENDLICHKEIT ist auch ein historisches Deutschland-Porträt. Da sind die Koordinaten einer Provinz-Pubertät, das von Apfelkorn befeuerte Rumlungern an der Bushaltestelle und die RAF-Fahndungsplakate, in der Coming-of- Age-Hymne Electric Guitar, die gleichzeitig auch ein Geburtstagslied zum Hundertjährigen des Instruments ist. „Für mich war die Gitarre das erste Mittel der Subjektivierung und Inszenierung“, so Dirk von Lowtzow. „Vieles von dem, was für Tocotronic später wichtig werden sollte, wurde da schon angelegt.“ Das Bordtelefon im ICE, das in Unwiederbringlich auftaucht, einem Stück über das Sterben eines engen Freundes, erinnert an eine Zeit, von der aus gesehen die Technik, mit der wir kommunizieren, als Science Fiction erscheint. Mein Morgen wiederum hat diese Endzeit-Grundierung der 80er-Jahre, die unter dem Eindruck des Kalten Kriegs, Tschernobyls und des Waldsterbens herrschte und die derzeit wieder so gegenwärtig wirkt. Nächste Ausfahrt Apokalypse. Ich würd’s dir sagen schließlich ist eine Art dunkles Kinderlied über Begehren, erotische Phantasmen und Todessehnsucht.

Zu Ende geht das Album mit einem Stück, das wie zum Trotz noch einmal einen klassischen Tocotronic- Slogan liefert: Alles, was ich immer wollte, war alles. Und darum geht es in DIE UNENDLICHKEIT: um nicht weniger als alles.

Anne Waak

 

Tocotronic live in Österreich:

13.04.2018 Salzburg, Republic

28.07.2018 Wien, Arena Open Air

News







B2B-Login


LOGIN

Passwort vergessen?
NEU-Registrierung